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Hitzeschaden und Vorbeugung

Jeder bekommt es mit, das Martinshorn der Rettungswagen ist im Moment mehr als sonst zu hören. Die Hitze macht den Menschen einfach zu schaffen. Vier bis fünf mal soviel Patienten mehr sind es am Tag, die aufgrund der hohen Temperaturen mit Kreislaufproblemen zurzeit in die Ambulanz kommen, schätzt der Kardiologe Dr. Volker Schwarz vom Kempener Hospital zum Heiligen Geist. 
„Viele unterschätzen, was man an Flüssigkeit verliert durch das Schwitzen, das können im Extremfall bis zu fünf Liter sein“, sagt er. Vor allem, wenn Menschen körperlich tätig sind. Der Griff zur Wasserflasche zum Auffüllen der fehlenden Flüssigkeit sollte also zur Gewohnheit werden. Außerdem empfiehlt der Arzt beim Essen auf „mediterrane Kost“ umzusteigen. Gewürzte Suppen und leichte Salate sind sein Tipp für die heißen Tage.
Unbedingtes Muss ist nun eine Kopfbedeckung, vor allem bei Kindern, älteren Menschen und wenn man schütteres Haar hat. Erfreut nimmt der Arzt zur Kenntnis, dass immer mehr Damen zum Hut greifen. Auch wenn die Kinder noch so gerne im Sonnenschein im Garten herumtoben, sollte man bedenken, dass sie wesentlich empfindlicher sind, warnt der Arzt. Sie sind besonders gefährdet, ohne Kopfbedeckung einen Sonnenstich zu bekommen. Zweiter wichtiger Hinweis, gerade für Kinder, ist das Nachcremen mit Sonnencreme. Schon morgens mit Sonnenmilch mit hohem Lichtschutzfaktor einreiben, dann im Laufe des Tages die unbedeckten Hautpartien immer wieder eincremen. Generell sollte man sich im Schatten aufhalten und körperliche Tätigkeiten nach Möglichkeit in die kühleren Stunden des Tages verlegen. „Rasenmähen mittags um zwei Uhr ist vollkommen verkehrt“, so Schwarz. Und auch eine
Sommergrippe lieber nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern vorsichtshalber den Arzt konsultieren.
Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zum Kreislaufkollaps, sollte sich der Betroffene erst einmal setzen oder noch besser legen und dabei die Beine hoch gelagert werden, am besten in einem kühlen Raum. Schon bei den ersten Anzeichen, wenn einem schwindlig wird, man das Gefühl hat, der Boden wird unter den Füßen weg gezogen, sollte man das tun. Hilfe suchen, jemanden ansprechen, der im Zweifelsfall den Notdienst rufen kann. Anzeichen sind auch Schwächegefühl, Schwindel, Flackern vor Augen, Übelkeit oder Erbrechen. Das muss einem nicht peinlich sein, sondern ist ganz normal, so der Internist. Helfer sollten einen vor Hitze Kollabierenden auf keinen Fall aufrecht stehend stützen. „Durch die Wärme weiten sich die Gefäße, das Blut versackt unter anderem in den Beinen und der Rückfluss des Blutes zum Herzen ist herabgesetzt.“ Wichtig ist, bis zur Ankunft des Rettungsdienstes beim Kollabierten zu bleiben.

Hospital zum Hl. Geist
Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Düsseldorf
Von-Broichhausen-Allee 1
47906 Kempen

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